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Weinheim als Eldorado für Segler? Vor 50 Jahren hätte man mit einer solchen Prognose ein mildes Lächeln geerntet. Heute prägen die bunten Segel das Bild auf dem Waidsee und erfreuen viele Spaziergänger und Jogger.

Ein „Blick zurück“.

Der Waidsee entstand 1967 beim Bau der A5. Er ist ca. 730 m lang und 430 m breit, seine tiefste Stelle beträgt knapp 28 m. Nach der Gründungsversammlung am 30. Juni 1970 folgten noch drei lange Jahre Verhandlungen mit der Stadt Weinheim, bevor nach einer 2-stündigen „Seeordungsdebatte“ am 26. Juli 1972 endlich grünes Licht für die Gelände-Nutzung erteilt wurde. Am 15. Januar 1973 wurde der Pacht- und Nutzungsvertrag über 6.800 qm Ufergelände zwischen der TSG Weinheim und der Stadt Weinheim abgeschlossen. Damit wurde der junge Weinheimer Wassersportclub (WWSC’70) Abteilung der TSG.

Und dann ging es Schlag auf Schlag: eine gebrauchte Steganlage für 1.300 DM wurde gekauft, ein Slip ins Wasser betoniert, und die Mitglieder stimmten dem Bau eines Bootshauses zu.
1974 wird für 3.000 DM von Firma Schilling ein Fertigholzhaus erworben, die Grundlage für das heutige „Seglerheim“ wie es die Gründerväter nannten.

Der Verein hat 27 Mitglieder, die 13 Segeljollen und zwei Paddelboote ihr Eigen nannten. Die ersten Regatten folgten und die nautische Weiterbildung nahm Fahrt auf. Das Interesse an einer Mitgliedschaft stieg sprunghaft an. Schon bald wurde ein Aufnahmestopp erlassen, da Sanitäranlagen und Parkplätze die maximale Mitgliederzahl durch einen Erlass der Stadt festlegten.

Der damalige Vorstand mit Adolf Gräber, Hans Engemann, Arno von Arndt, Roland Faul, Heinrich Schröder und Richard Gattner hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um den Traum vom „Wassersport auf dem Waidsee“ zu verwirklichen. Aber nicht nur sie, sondern auch nach ihnen zeigen viele Mitglieder Bereitschaft, Verantwortung zu tragen und gaben dem Waidsee einen weiteren belebenden Akzent. In über 10000 Arbeitsstunden wurden Geländeanlagen und Clubhaus erstellt. Eine Gemeinschaftsarbeit, die nicht alltäglich ist. Es herrschte ein „guter Geist“ im WWSC.

Der „gute Geist“ hat sich im Laufe der Jahre nicht verflüchtigt! Im Gegenteil, auch in der neueren Geschichte übernehmen hochmotivierte Segler Funktionen im Vorstand und Beirat – oder ganz einfach als engagierte Mitglieder.

Sport und eine gute Portion Geselligkeit sind heute wesentliche Bausteine des sehr aktiven Clublebens. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, jeder verbringt hier seine Freizeit in einer harmonischen Gemeinschaft.

Wir sind heute durchaus stolz darauf, unseren Segelsport in fast all seinen Facetten auszuüben: Kinder mit Optimisten, Jugendliche in der 420er Gruppe, Regatten mit einer Vielzahl von Jollen und Katamaranen – bis hin zur erfolgreichen Teilnahme an Hochsee-Regatten. Dazu gehört auch die Weiterbildung, angefangen beim Jüngsten-Segelschein bis zur internationalen RYA-Yachtmaster Lizenz.

Alles in Allem: Verein und Boote sind auf Kurs, Sport und gesellschaftliche Aktivitäten laufen wie am Schnürchen. Nicht zu vergessen die fleißigen Helfer hinter des Kulissen und engagierte Beiräte für alle wichtigen Aufgaben.

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