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Seit nunmehr einem Jahr schränkt die Corona-Pandemie den Sportbetrieb ein, inbesondere jüngere Athleten, denn wer erst seit zwei Jahren Sport treibt, dem kommen die Trainings- und Wettkampfverbote wie eine halbe Ewigkeit vor.

Von den Einschränkungen weitestgehend verschont wurden in jüngster Vergangenheit Leistungssportler, das heißt Landes- und Bundeskader. Trotzdem hat TSG-Sprinter Jakob Gullatz im vergangenen Sommer nur einen Wettkampf bestritten, der ihm den Titel des badischen Meisters brachte. In diesem Winter kam er bereits auf drei Hallenstarts. Diese finden als Kader-Tests unter strengen Hygienevorschriften statt und führten letztes Wochenende im Sindelfinger Glaspalast zu Covid-Schnelltests am Halleneingang. Jakob Gullatz, Jahrgang 2006, ist bei den Sprinttests jeweils der Jüngste und läuft gegen jeden, der im Kader Rang und Namen hat, vornehmlich eben Erwachsene oder U20-Athleten. Der sonst sieggewohnte Athlet, der 2019 neuen badischen Rekord M13 über 75m lief, läuft jetzt hinterher und sprintet einzig gegen die Uhr. Anders jetzt im Glaspalast. Dort betrug der Altersunterschied nur ein Jahr und Jakob mischte munter um die Podestplätze mit. Über 60m verbesserte er seine zu Beginn der Hallensaison erzielten 7,38s auf stolze 7,33s und ist damit derzeit Deutschlands schnellster M15-Sprinter. Entsprechend zufrieden zeigte er sich nach dem Test: „Ich bin als einziger Weinheimer Athlet zu internen Kader-Testwettkämpfen zugelassen, das weiß ich zu schätzen. Durch das Homeschooling und fehlende Kontakte bin ich täglich 12 Stunden auf meinem Zimmer, da bin ich froh, trainieren zu dürfen.“ Noch ein bis zwei Wettkämpfe hat Trainer Thomas Geißler eingeplant, ehe die Hallensaison wieder vorbei ist: „Die jungen Athleten haben derzeit viel entbehrt. Es wäre wichtig, wenn es bald zu Lockerungen käme.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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