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Angst vor der Narkose?
16.05.2019
Günter Haisch setzte im Mai die Vortragsreihe in Kooperation mit der GRN-Klinik Weinheim fort. Der Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin sowie spezielle Schmerztherapie in der GRN-Klinik Weinheim hatte den Abend unter den Titel „Angst vor der Narkose?“ gestellt. Mit dieser provokanten Überschrift wollte der Referent Fragen und Unsicherheiten, oftmals entstanden durch hochgeschaukelte Angst, betroffener Personen klären.
Zum Ende stellte Haisch das Laienreanimationsprojekt "100 pro" vor.

Zum Ende stellte Haisch das Laienreanimationsprojekt "100 pro" vor.

Zu Beginn des Vortrags wurden der Vorgang des gesamten Narkoseverfahrens, darunter regionale Anästhesieverfahren und die Vollnarkose, Einfluss-, Risikofaktoren sowie präventive und therapeutische Maßnahmen besprochen.

Kommt für einen Patienten ein Anästhesieverfahren in Frage, wird im ersten Schritt ein Vorgespräch mit dem Facharzt geführt. Der Arzt dokumentiert darin die Vorgeschichte bzw. Anamnese des zu Patienten und den aktuellen Gesundheitszustand. Daneben werden Infos zu medikamentösen Einnahmen erfasst und festgestellt, ob der Patient Risikofaktoren unterliegt. Anhand der gesammelten Daten kann nun festgestellt werden, ob sich der Patient Zusatzuntersuchungen unterziehen muss oder entsprechende Optimierungen notwendig sind.

Faktoren, die das Risiko anästhetischer Vorgehensweisen beeinflussen, sind das Maß des Eingriffs (Länge und Größe), der Fitnesszustand des Behandelnden, Vorerkrankungen, risikobringende Faktoren, das Alter sowie die Einnahme von Medikamenten, Drogen oder Genussmitteln. Je nach ärztlichem Befund und Zustand des Patienten wird entschieden, ob eine regionale Teilanästhesie oder eine Vollnarkose die Operation begleiten. Nach verschiedenen Kriterien bewertend, wird vom Arzt festgelegt, welche schmerzbetäubenden Mittel und gegebenenfalls in welcher Kombination diese eingesetzt werden. Schmerz-, Schlafmittel sowie Muskeltonus-senkende Mittel werden individuell dosiert.

Bei einer Vollnarkose gibt es Folgendes zu sagen: ein solches Verfahren ist immer mit Risiken verbunden, wobei in professionellen Verfahren hohe Sicherheit gegeben ist. In seltenen Fällen kann es auch zu Wachheitszuständen kommen. Unter Nebenwirkungen finden sich Schwindel und Übelkeit. Mechanismen der Wirkungsweise der Anästhesie im Zentral-Nervensystem sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Vollnarkosen sind in der Länge der Operationsdauer, dem Risiko für signifikanten Blutverlust, der Beeinträchtigung der Atmung, Unbequemlichkeiten bedingt durch den Eingriff oder unruhige, nicht einsichtigen Personen – beispielsweise Kinder ­­– begründet.

Über die Wirkung der Narkosemittel lässt sich im Allgemeinen sagen, dass diese ein Lahmlegen der Kommunikation zwischen Thalamus, Cortex und Hirnstamm – also Teile des Gehirns - veranlassen. Dadurch kann kein Schmerz empfunden werden. Eine Reizübertragung der Nerven in das Gehirn findet zwar statt, jedoch werden die aufgenommenen Informationen nicht mehr verarbeitet. Dies bedeutet auch, dass eine Vollnarkose das Gehirn nicht einfach so abschaltet, sondern lediglich Informationen „versickern“ lässt.

Zum Abschluss des Abends ging Haisch auf das Projekt „Ein Leben retten - 100 Pro Reanimation“ ein. Damit ermutigte er die Zuhörer, Hemmschwellen oder Ängste zu überwinden, um in kritischen, lebensbedrohlichen Situationen andere Menschen zu helfen und in ernstlicher Lage Leben zu retten. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.einlebenretten.de/  


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