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Rückblick auf den Fachvortrag zum Thema Umknickverletzungen am Fuß- und Sprunggelenk von Dr. med. Michael Steinwandt.

Vor 17 Teilnehmern referierte der Oberarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie der GRN Klinik Weinheim über das gefragte Thema. Die Statistik ist hoch, in Deutschland sind täglich etwa 8.000 Menschen von Umknickverletzungen betroffen.

Unter der klassischen Vorgehensweise bei diesen Verletzungen redete Dr. Steinwandt über die Vorgänge der Diagnose, Therapie, Operation und Nachbehandlung bei verschiedenen Verletzungsarten. Daneben wurden Begleitverletzungen und Heilvorgänge des betroffenen Fuß- oder Sprunggelenks thematisiert.

Im ersten Schritt der ärztlichen Vorgehensweisen wird eine Diagnose durchgeführt. Darin ging der Referent auf die klinische Untersuchung und Bilddiagnostik (Röntgen, Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomographie) ein. Während der klinischen Untersuchung wird durch das Feststellen von Symptomen, wie Instabilität, Schwellung, Schmerz, funktionale Einschränkung und Bandläsion, die Verletzung konkretisiert. Das Röntgen wird eingesetzt, um knöcherne Verletzungen auszuschließen. Im diagnostischen Vorgehen plädiert Dr. Steinwandt für die klinische Untersuchung – meist kann dabei schon die Verletzung durch die klassifizierenden Symptome festgestellt werden. Die Präzision in der Bilddiagnostik gibt eine Gewissheit über die Diagnose des Betroffenen.

Die Diagnose entscheidet den Therapieansatz. Ist das Außenband des Fuß- und Sprunggelenks betroffen, ist eine konservative Behandlung zu empfehlen. Dr. Steinwandt sieht in der operativen Methode keinen Vorteil, denn eine OP bringt immer Risiken mit sich. Auch bei einer Innenbandverletzung ist eine konservative Behandlungsweise vorzuziehen. Eine isolierte Innenbandruptur muss selten operiert werden, im Rahmen einer Kombiverletzung muss eine OP in Betracht gezogen werden. Wenn der Patient eine Syndesmosenverletzung hat, ist die Auswahl der Therapie abhängig von der Stabilität zwischen Waden- und Schienbein. Bei einer eingetretenen Instabilität kann meistens nur durch eine Operation eine ausreichende Heilung erreicht werden. Zur häufigsten Fraktur der unteren Extremitäten zählt die obere Sprunggelenksfraktur. Die Behandlung in solch einem Fall richtet sich nach der Intensität und Art des Bruchs. Ist der Bruch offen oder geschlossen? Ist er verschoben? Wo ist die Fraktur in die sogenannte Weber-Einteilung einzuordnen? Die therapeutischen Maßnahmen haben es dabei zum Ziel, dass der Fuß genau, anatomisch korrekt ausgerichtet wird – zur Not in einem operativen Eingriff. Auch der Mittelfußbruch zählt zu den häufig auftretenden Verletzungen am Fuß. In diesem Fall muss nicht zwingend operiert werden – nur wenn die Fraktur stark verschoben ist.

Der Heilungsvorgang einer Verletzung am Sprung- und Fußgelenk ist durch die Entzündungs-, Zellproliferations- und Remodellingphase gekennzeichnet. Gezielte Physiotherapie und das Tragen von Stabilisatoren unterstützen den Patienten im Heilungsprozess.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Umknickverletzungen am Fuß- und Sprunggelenk sehr häufig auftreten, jedoch gut therapierbar sind. Dr. Steinwandt betonte, nur im Zweifel auf die weiterführende Bilddiagnostik zuzugreifen. Komplizierte Verletzungen müssen erkannt werden, denn je komplexer die Verletzung ist, desto schlechter. Rehabilitations- und Präventionssport sind sehr zu empfehlen, um im Falle einer eingetretenen Verletzung den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Der Vortragsabend fand in einer offenen Erfahrungs- und Fragerunde mit dem Referenten den Ausklang.

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