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Endlich wieder „raus“… aus dem Lockdown

Wie wichtig Sport und Bewegung an der frischen Luft sind, ist unbestritten – aber der Mensch ist doch in der Regel und vor allem auch ein Gemeinschaftstier. In der Gemeinschaft mit anderen, körperlich aktiv für die eigene Gesundheit als höchstem Gut, was wir erstreben können. Ein Blick in die Psychologie kann hier insbesondere in einer Phase der Krise wie „Corona“ helfen, den eigenen Blick zu ändern – positiv! Was wir alles dürfen, was alles möglich ist, wie gut es uns geht.

(vgl. Abele, A. u. Becker, P . (1994): Wohlbefinden, JUVENTA)

 

Das Streben nach Glück und Wohlbefinden ist von zentraler Bedeutung im Leben eines Menschen; jeder Mensch möchte gern möglichst umfassend und möglichst immer glücklich sein und sich wohlfühlen. Verschiedene Vorstellungen über die konkrete Ausgestaltung dessen, was Glück und Wohlbefinden für den Einzelnen bedeuten; und verschiedene Vorstellungen über die Wege zum Glück. Über diese unterschiedlichen Auffassungen von Glück und Wohlbefinden, über die Erreichbarkeit und Förderbarkeit dieser erstrebten Zustände, sowie über ihre Auswirkungen, da begeben wir uns auf einen spannenden Pfad:

„Willst Du immer weiterschweifen,
sieh, das Gute liegt so nah,
lerne nur das Glück ergreifen,
denn das Glück ist immer da.“ (J.W. Goethe)

Goethe erinnert in obigem Zitat daran, dass „Glück“ – auch – eine Frage der Betrachtungsweise ist, die Verse könnten als frühes Beispiel für „positives Denken“ gewertet werden. Positives Denken als der Versuch, die positiven Aspekte der jeweiligen Situation, des Ereignisses, der Erfahrung bevorzugt zu beachten, ist zwar keine Erfindung der heutigen Zeit, wird heute jedoch besonders häufig propagiert und hat neben der traditionellen philosophischen Diskussion auch Eingang in empirisch-wissenschaftliche Forschungsbemühungen gefunden. Einige Beispiele:

In der Psychologie gibt es neben der „klinischen“ mittlerweile die „Gesundheitspsychologie“; während in ersterer der kurative Gedanke und die Analyse von vielfältigsten Beeinträchtigungen im Fokus stehen, wird bei letzterer gefragt, wie Gesundheit als Gut umfassend gefördert und bewahrt werden kann. In der Medizin spielt der Gedanke der Prävention eine zunehmend wichtigere Rolle, und Krankenkassen benennen sich um in „Gesundheitskassen“; Soziologie und Pädagogik liefern Beiträge zu „Gesundheitswissenschaften“; die Sportwissenschaft beschäftigt sich mit der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Sporttreibenden; die Ratgeberliteratur hat das „Wohlbefinden“ und die „Lebensqualität“ entdeckt und versorgt den Markt mit einer Fülle von Publikationen. Die Psychologen Abele und Brehm haben 1994 darauf hingewiesen, scheinbar konnten sie wahrsagen.

Im Lockdown hat sich auch für uns Sporttreibende und Gesundheitssuchende einiges geändert: galt vor nicht allzu langer Zeit noch uneingeschränkt die Tatsache „Wohlbefinden“ sei auch von äußeren Bedingungen (Umwelt, Familie, Partnerschaft, sozialen Stützsystemen, Arbeitsbedingungen, materiellen Bedingungen, alltäglichen Ereignissen) abhängig, hat Corona diese Bedingungen erschüttert. Das Virus hat sich massiv auf innere Bedingungen (Persönlichkeit, Motivation, Wertvorstellungen, Kompetenzen, Normen, Bezugssysteme) ausgewirkt und dadurch unsere Verhaltensweisen verändert.

Bewältigungsverhalten, Ernährung, sportliche Betätigung…. Was ist da los?

Die Menschen schauen anders, werden schneller aggressiv, fühlen sich gemaßregelt, bevormundet, rebellieren, die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln und anderen „der Gesundheit dienenden Mittelchen“ steigt rasant, Radfahren, Wandern, Walderleben….

Jetzt wird es Zeit sich auch wieder in der Gemeinschaft zu bewegen, sich auf die Grundzüge zu besinnen und auch mal zu gucken, wie gut es uns eigentlich trotz und mit Corona geht. Einfache, aber doch klare Regeln hinsichtlich der Hygiene, Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum und Abstand – jeder in verträglichem Maße, so schaffen wir Step by Step den Weg.

Fragen rund um das Thema „Wohlbefinden“ und Ernährung beantwortet Annette Schmitt, Sportwissenschaftlerin der TSG 1862 Weinheim. Persönliche Beratung nach Terminvereinbarung, E-Mail: Annette.Schmitt@tsg-weinheim.de

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