TSG-Journal_2025_02

WARUM VORLESEN SO WICHTIG FÜR DIE ENTWICKLUNG DER KINDER IST. Gebannt sitzen einige Kinder aus der Sport-KiTa Purzel vor einer Erzieherin und hören einer Geschichte zu, die gerade im Rahmen eines „Bücherkinos“ vorgelesen wird. Die Kinder tauchen in eine Fantasiewelt ein und sind ganz in der Geschichte gefangen. Manche Kinder machen vielleicht die Geräusche aus dem Buch nach, oder rufen etwas, wenn es besonders spannend wird. Vorlesen und dabei den Alltag vergessen ist ein besonderes Erlebnis für die Kinder. Und nicht nur das Erlebnis ist wichtig, Vorlesen hat viele Gründe, um es als Ritual in den Alltag der Kinder zu integrieren. VORLESEN SCHAFFT NÄHE Gemeinsam mit Mama oder Papa ein Buch zu lesen, dabei zu kuscheln und die Nähe und Wärme des anderen zu spüren. Das gibt uns ein gutes Gefühl. Zeit, die so oft knapp ist, wird miteinander ohne Stress und Hektik verbracht und ermöglicht uns eine kleine Auszeit. Man kommt miteinander ins Gespräch, hört spannenden Geschichten zu oder kann auch gemeinsam lachen. Im Kleinkind- und Kindergartenalter können DIE WELT DER BÜCHER auch die Bilder betrachtet und damit ein Bezug zum Gelesenen geschaffen werden. Diese Minuten stärken unsere Beziehung zum Kind und sind von besonderer Bedeutung. VORLESEN FÖRDERT DIE FANTASIE UND DAS VORSTELLUNGSVERMÖGEN Auch wir Erwachsene sind schon an einem spannenden Buch hängengeblieben und konnten es nicht aus der Hand legen, wollten unbedingt wissen, wie es weitergeht. Eltern, die regelmäßig vorlesen, kennen sicherlich den Satz „Bitte nur noch ein Kapitel“ nur zu gut. Geschichten fördern die Fantasie der Kinder. Sie sind ganz in der Geschichte gefangen und wollen wissen, was als nächstes passiert. In dieser Zeit tauchen die Kinder in unterschiedliche Welten ein. Ob Seeräuber, Einhörner, Prinzessinen oder mutige Ritter, alles kann in einem Buch vorkommen und die Vorstellungskraft der Kinder fördern. VORLESEN STÄRKT EMPATHIE Es gibt so viele Gefühle, die auf die Kinder wirken. Liebe, Glück, Wut, Neid und viele mehr prasseln täglich auf die Kinder ein. Doch was genau Gefühle sind und wie sie heißen, müssen sie erst lernen. Gemeinsam mit den Helden aus den Kinderbüchern können sie all diesen Gefühlen begegnen und sie selbst erleben. Die Kinder lernen so, sich in andere hineinzuversetzen und zuzuhören. So lernen sie auch besser auf ihre Mitmenschen einzugehen. VORLESEN MACHT SCHLAU Beim Vorlesen hören Kinder immer wieder neue Wörter und prägen sich Reime und Sprüche ein. Das macht Lust auf mehr. Und dabei haben Kinder so viele Fragen und wollen immer Neues wissen. Wie gut, dass es so viele geschriebene Wörter gibt, die uns oft ratlosen Eltern helfen, die Wissensflut unserer Kinder zu stillen und dabei können wir Erwachsenen auch noch etwas lernen. Oder kennen Sie alle Dinosaurierarten oder wissen, wie die berühmten Piraten der Weltmeere geheißen haben? Beim Vorlesen und neugierig nachfragen sind die Kinder voll bei der Sache und lernen so spielerisch, sich zu konzentrieren. Das gesprochene Wort und die Schriftsprache unterscheiden sich voneinander. Kindern, denen viel vorgelesen wird, können dies besser unterscheiden, was wichtig für die Schule und das spätere Berufsleben ist. Wenn Kinder gerne in die Welt der Bücher eintauchen, möchten sie auch selbst das Lesen lernen. Denn spannende Bücher gibt es viele, aber Mama und Papa haben nicht immer Zeit und Lust. Wer selbst gut lesen kann und ein Verständnis für Sprache entwickelt, wird sich auch später in der Schule leichter tun. Denn nicht nur in Deutsch wird geschrieben, in allen Fächern ist es wichtig, dass die Kinder Texte verstehen und Fragen beantworten können. Sei es in Mathe bei Textaufgaben oder in Chemie bei Experimentierbeschreibungen. VORLESEN STÄRKT DAS SELBSTBEWUSSTSEIN Dieses Zitat von der Stiftung Lesen zeigt, wie wichtig Lesen auch im Alltag für uns ist: „Kinder brauchen starke Vorbilder. Sie inspirieren uns dazu, gegen Ungerechtigkeiten aufzustehen, an unsere Träume zu glauben oder bei Problemen zusammenzuhalten. Solche Vorbilder können Kinder dabei auch in Geschichten finden.“ Lesen ist überall möglich – auch auf dem Spielplatz. 16 |

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