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In einem vollbesuchten Vortragsraum sprach Dr. Matthias Lehnertz, Oberarzt der Abteilung für Orthopädie/Unfallchirurgie und Hauptoperateur im Endoprothetikzentrum der Weinheimer Klinik, über die Schulter-Arthrose. In Deutschland sind drei bis acht Prozent der Deutschen Bevölkerung von Schulterproblemen, bedingt durch Arthrose, betroffen und etwa 3000 Patienten lassen sich eine Prothese einsetzen.

Im Fokus des Vortragabends standen die Ursache, Diagnostik und Therapie. Das Interesse einer guten Beratung und Behandlung zur Arthrose in der Schulter ist für die meisten Betroffenen ein wichtiges Thema, da sie auch im hohen Alter aktiv bleiben möchten.

Zu den häufigen Ursachen einer Arthrose in der Schulter zählen der natürliche Alterungsprozess, der meist einen Knorpelverschleiß mit sich bringt; die Oberarmnekrose, die starke Durchblutungsstörungen hervorrufen kann; Unfälle, die ein Ausrenken des Schultergelenkes oder einen Bruch zufolge haben; Schädigungen des Sehnenringes; Erkrankungen des Rheuma-Formenkreises und Stoffwechselerkrankungen, bedingt durch mangelnde Ernährung.

In der Diagnostik werden durch den behandelnden Arzt die Schulterbeweglichkeit sowie schmerzhafte Areale überprüft. Dr. Lehnertz plädiert für diese klassische diagnostische Vorgehensweise, da durch die nichtmaschinell bedingte Untersuchung eine erste Einschätzung der Problemursache gemacht werden kann – diese bestätigt sich meist nach einer Computertomographie, einer Ultraschall- oder MRT-Behandlung.

Im Therapieansatz der Schulter-Arthrose hat neben der operativen Behandlung die konservative Behandlung Vorrang, denn hierbei entscheidet sich, wie lange die Schulter-Arthrose für den Betroffenen schmerzlich erträglich ist. Innerhalb der konservativen Therapie ist die Absolvierung einer Physiotherapie zu empfehlen, um eine gute Koordination, Stärkung sowie Stabilisierung der entsprechend betroffenen Muskulatur zu gewährleisten. Alternativ können Schmerzmittel entzündungshemmend wirken und eine physikalische Therapie durch Wärme- und Kälteanwendungen einen schmerzlindernden und durchblutungsfördernden Effekt hervorrufen. Auch durch eine Hyaluronsäureinjektion in das erkrankte Schultergelenk profitieren viele Patienten von einer schnellen Besserung der Schmerzsymptomatik sowie der Beweglichkeit. Im Hinblick auf den operativen Therapieansatz machte Dr. Lehnertz deutlich, dass der Patient entscheidet, ob und wann eine Operation stattfinden soll – „nicht das kaputte Gelenk, sondern der leidende Patient wird operiert“, so sagte er. Der Leidensdruck und die Lebensqualität des Betroffenen gelten hierbei als wichtige Indikatoren. Dr. Lehnertz stellte in Anlehnung an diese Alternative noch die meistvorkommenden Schulterprothesen vor. Nach der vorgenommenen Operation hat der Patient ein Schulterkissen über ca. fünf Wochen zu tragen. Im Anschluss daran ist Rehabilitationssport zu empfehlen, wobei die Verbesserung der Schulterbeweglichkeit, die Zentrierung des Gelenks sowie der Muskelaufbau des Schultergürtels im Fokus stehen sollten. Der Referent betonte die Wichtigkeit des Bewegungserhalts des betroffenen Gelenkes nach der OP. Man sollte mit einer sechsmonatigen Nachbehandlung rechnen.

Im letzten Zug des Vortrags sprach sich Dr. Lehnertz für ausreichende Bewegung und Krafttraining für eine gute Körperfitness aus, da Verletzungen und die daraus folgenden Operationen immer eine Einschränkung der Bewegung bzw. eine Störung des Zusammenspiels von Muskeln, Sehnen und Bändern mit sich bringen.

Mit einer offenen Fragerunde für die Zuhörer schloss Dr. Matthias Lehnertz den Vortragabend.

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