Seite wählen

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Heilbronner Frankenstadion belegte die TSG-Athletin Luisa Neumann bei der U20 über 400m mit 57,09s den vierten Platz und feierte damit den bisher größten Erfolg ihrer Laufbahn. Im Vorlauf kam sie auf 57,63s und konnte sich tags darauf nochmals deutlich steigern.

Mit dieser Meldung hätte es sein Bewenden haben können, wenn nicht die Kämpferfähigkeiten der Viertelmeilerin für lange Zeit auf eine harte Probe gestellt worden wären. Das laufende Jahr war für die Reisenerin alles andere als einfach. Nachdem sie Anfang 2019 nach Weinheim gewechselt und dort ein konsequentes 400m-Training begonnen hat, ließen die Erfolge nicht lange auf sich warten: neue Bestzeiten in der Halle und im Freien brachten viel Freude, der vorläufige Höhepunkt waren fulminante 56,44s bei der Jugend-DM in Ulm, die Platz sechs bedeuteten.

Vergangenen Winter stagnierten dann die Leistungen, waren gar rückläufig. Wertvolle Zeit verstrich, ehe eine komplexe Nahrungsmittelunverträglichkeit als Ursache diagnostiziert wurde; der Körper benötigte sämtliche Energie für den Abbau von Giftstoffen. Nach einem Abbruch der Hallensaison und völliger Neuausrichtung der Ernährung stimmten im Frühjahr die Trainingsleistungen wieder, ehe die Corona-Pandemie hierzulande zunächst keine Wettkämpfe zuließ. Luisa wich auf die Schweiz aus und kam sehr bald mit 56,58s an ihre Bestzeit heran. Fortan war das Training auf die Deutschen Meisterschaften ausgerichtet, eine Zeit unter 56s avisiert, ehe zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt eine schwere Angina alles zu durchkreuzen schien. Eine DM-Teilnahme schien unmöglich, nach dem Absetzen der Antibiotika blieb nicht einmal eine Woche bis Heilbronn. Abseits der Bahn wurde mit leichten Intervallläufen die Lungenfunktion wieder voll hergestellt, was eine Gratwanderung bedeutete.

Die 19-Jährige setzt nun auf die noch kommenden Wettkämpfe und ihre stabile Formkurve. „Wir haben sehr an den Grundlagen gearbeitet, das zahlt sich jetzt aus. Luisa kann durchaus noch Bestzeit laufen,“ ist Trainer Thomas Geißler überzeugt.

X
X
X