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Wie kann Sport zur guten Gesichtsentwicklung und damit zu geraden Zähnen beitragen? Mit dieser Frage wurde der Vortragsabend zum Thema „Zahnentwicklung und Sport“ betitelt, zu dem die Mitarbeiter der TSG Weinheim eingeladen waren. Die TSG-Mitarbeiter konnten aus dem Fachvortrag, der Anfang Oktober stattfand, viele Informationen mitnehmen.

Der Mensch atmet, um seine Zellen mit Sauerstoff zu versorgen und das Kohlendioxid wieder loszuwerden. Doch was passiert mit seinem Atem, wenn es hektisch wird im Alltag? Sobald der Körper Stress erleidet, sorgt er für Hyperventilation, ein Engegefühl in der Brust, Schwindel und Kribbeln. Um dieser körperlichen Reaktion auf den Stress entgegenzuwirken, eignen sich regelmäßiger Sport und Bewegung besonders gut.

Ergänzend zur sportlichen Betätigung wird die sogenannte Buteyko-Methode empfohlen, die bewusst Einfluss auf den Atem und somit auf das Verhältnis der Blutgase nimmt. Hierbei wird unterschieden nach Nasenatmung, Zwerchfellatmung, vermindertes Volumen oder verminderte Frequenz beim Atmen. Die Nasenatmung ist zum einen wichtig, da hier die Nase als Filter für Bakterien fungiert und diese nicht direkt die Schleimhäute erreichen, zum anderen ist sie besonders im Kindesalter für die Entwicklung des Kiefers wichtig.

MyKie, die myofunktionelle Kieferorthopädie, kümmert sich nicht nur um die Ästhetik, oder Zahn- und Kieferstellung. Hier wird versucht, ohne feste Zahnspange, Ergebnisse für gerade Zähne über die Anwendung der richtigen Techniken zu erzielen. Durch das dauerhafte Atmen durch den Mund, die veränderte und zu weiche Ernährung sowie störende Einflüsse, wie der Schnuller, verändert sich die Entwicklung des Kiefers massiv. Doch warum ist es so wichtig die Lippen geschlossen zu halten und durch die Nase zu atmen? Der Grund dafür wird deutlich, wenn man die Lippen schließt und schluckt. Es entsteht ein Unterdruck im Mund, welcher die Zunge am oberen Gaumen kleben lässt. Wer immer mit offenem Mund atmet, hat nie die Zunge am oberen Kiefer und die Zähne wachsen entsprechend in die falsche Richtung. Was kann getan werden um dagegen vorzugehen?

  • Schnuller sollten wie ein Medikament gehandhabt und nur im Notfall dem Kind gegeben werden, oder gar nicht. Denn wenn der Schnuller im Mund steckt, kann die Zunge nicht zwischen die oberen Zähne.
  • Feste Nahrung ist wichtig für die Entwicklung der Zähne, also hilft beispielsweise der regelmäßige Verzehr von Karotten.
  • Eine offene Mundhaltung sorgt für eine schlechte Körperhaltung und für Fehlbildung des Kiefers.
  • Sensibilisierung der Eltern durch aufmerksames Beobachten der eigenen Kinder sowie frühzeitiges Erkennen von offener Mundhaltung und krummer Körperhaltung.

Damit keine Zahnspange nötig wird, werden die Kinder an die Nasenatmung und den Lippenschluss gewöhnt und es wird ihnen beigebracht, auf ihre Körperhaltung zu achten. Auch die Gesichtsmuskulatur spielt eine wichtige Rolle. Es werden mit den Kindern gemeinsam Übungen durchgeführt. Das Ziel „Gerade Zähne ohne feste Zahnspange“ soll durch Muskelübungen, ein kleines Plättchen für den Lippenschluss und einen Trainer – eine Art lose Zahnspange –  erreicht werden.

 

 

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