Kunstrasen-Großfeld offiziell eröffnet. Ein Freudentag für den Weinheimer Hockeysport.
Es war eine großartige Gemeinschaftleistung, darüber waren sich alle Beteiligten einig, die es möglich gemacht hat, dass jetzt das neue, leuchtend blaue Kunstrasen-Großfeld für den Hockeysport im Waldstadion in Weinheim eingeweiht werden konnte. Der Samstag, 19. September 2026, war ein Feier-Tag im wahrsten Sinne des Wortes. Das glückliche Ende eines langen, kräftezehrenden Wegs bei herrlichem Spätsommerwetter.
Specials First
Zum Festtag gab es ein buntes Programm: Als erstes gehörte der Platz vormittags den „Specials“, den Hockey-Spielerinnen und -Spielern mit geistiger Behinderung, die Gäste aus Mannheim und Frankfurt begrüßten. Spielfreude und Kameradschaft standen im Vordergrund bei den parallel auf den Halbfeldern ausgetragenen Partien. Unterstützung kam durch Hockeyprominenz: Nationalspielerin Stine Kurz vom MHC und ihre Team-Kameradinnen, die Niederländerin Iris Langejans und die frischgebackene argentinische Weltmeisterin Juana Castellaro Morello.
Die Eröffnung des „2. Weinheimer Special-Hockey-Turniers“ übernahm Weinheims Oberbürgermeister Michael Möslang zusammen mit Cathérine Schleicher und Andreas Hördt, die als Moderatoren-Duo mit Kompetenz, Professionalität und guter Laune durch den Tag führten. Hördt ist Teamchef der Grizzlys, der Weinheimer Eltern- und Freizeithockeymannschaft, Schleicher Vorsitzende des Weinheimer Hockey-Fördervereins AdHock!.
Nach dem Special-Hockey-Turnier ging es auf den Halbfeldern in die Halbfinale von bereits in der Vorwoche qualifizierten Weinheimer Mixed-Teams („Indien“ vs „Argentinien“ und „Deutschland“ vs „England“). Während sich Besucher und Gäste mit Kaffee, Kuchen, Leckerem vom Grill und unzähligen Varianten von Pizza und Flammenkuchen stärkten, kam dann langsam die Zeit, um auch den Sekt zu servieren. Der offizielle Part begann mit einem großen Applaus. Andreas Hördt, Cathérine Schleicher und Projektleiter Moritz Nelles hatten die Bühne betreten. Schleicher forderte die Anwesenden auf zu applaudieren – „für jeden Einzelnen hier, der alles, egal was, in seiner Kraft Stehende getan hat, dass wir heute hier dieses Blaue Wunder erleben können.“ Sie ergänzte „im Zweifel auch einen Applaus für sich selbst“, was kein Eigenlob war, sondern die Rollen der vielen Einzelnen in der Gemeinschaft würdigte.
Glückwünsche aus nah und fern
Volker Jacob als TSG-Vorsitzender hieß die Hockey-Sportler „Willkommen in der TSG“. Sie hatten absprachegemäß zum 1. September vom AC zur TSG Weinheim gewechselt. Er freute sich mit ihnen über die neue tolle Anlage und sportliche Heimstatt. Zugleich hob er die besondere Rolle der TSG als Testverein hervor, der erstmals den Olympia-Kunstrasen von Polytan auch tatsächlich nachhaltig ohne Bewässerung in Betrieb nimmt.
Das „Platz frei“ gab dann Andreas Buske, Erster Bürgermeister der Stadt Weinheim. Er betonte: „Zu einer Wohlfühlstadt gehört ein attraktives Sportangebot und das erfährt jetzt nochmal eine Bereicherung“.
Für den Badischen Sportbund (Nord) war Vizepräsident Jürgen Zink gekommen und lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Verein und Verband und wünschte der TSG und der neuen Hockeyabteilung alles Gute, sportliche Erfolge und unvergessliche Gemeinschaftserfahrungen. Der Deutsche Hockey-Bund wurde durch Vorstand und Sportdirektor Martin Schulze vertreten. Auch er wünschte „wahnsinnig viel Erfolg“ und gratulierte zu dem schönen Gelände, „ein Schatzkästlein“.
43 Jahre Hockey-Geschichte und eine spannende Gegenwart
43 Jahre Hockey-Geschichte in Weinheim konnten die Besucher im Hans-Homann-Haus in Bildern Revue passieren lassen: Eine kleine Ausstellung, die dem Clubhaus nun auch das richtige Hockey-Flair gibt. Zusammengestellt hat sie der Weinheimer Designer und langjährige Hockey-Abteilungsleiter Uli Ehret. Er war dabei, als 1983 Lehrer Karl Bär den Hockeysport nach Weinheim brachte, zunächst auf dem Bolzplatz der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Ehret ließ Namen und Wegmarken der ersten Jahre Revue passieren. Klaus Leister als „letzter“ Hockey-Abteilungsleiter beim AC Weinheim blickte zurück auf die Zeit nach Eröffnung des Kleinfelds 2013, den ganz besonderen Spirit der Abteilung und dann die zehn Jahre, in denen an Möglichkeiten für einen Großfeldbau gearbeitet wurde. Cathérine Schleicher berichtete von der neuen Dynamik, die 2021 die Gründung des Fördervereins AdHock! gebracht hatte. Dann nahm Moritz Nelles die Zeit seit Sommer 2024 in den Blick. Damals hatte man die Zusage der TSG für das Waldstadion erhalten und sich, einem Kostenziel von einer Million Euro und einem engen Zeitplan folgend, auf den Weg gemacht, binnen Jahresfrist genug Geld zusammenzubringen, um mit dem Bau beginnen zu können. Manches hat gut geklappt, manches weniger, aber „am Ende hat sich eine unglaubliche Dynamik entwickelt. Es war eine gigantische Teamleistung!“ Mitgebracht hatte Nelles die 2024 zusammengestellte Infobroschüre von AdHock!. Er zeigte, nicht ohne Stolz, dass der dort am Ende eines Zeitstrahls vermerkte Termin „Eröffnung 09/2026“ zeit- und budgetgetreu realisiert wurde: „Lasst uns feiern! Es ist ein unfassbarer Erfolg von so vielen!“
Und dann war Anpfiff: Die All-Stars aus 43 Jahren Hockeysport in Weinheim standen Spalier für Volker Jacob, der das erste Großfeld-Hockeyspiel in Weinheim im Waldstadion anpfiff. „Blau“ gegen „Weiß“ zeigten großen Hockeysport. Das 3:0-Ergebnis für Weiß mit Toren von Mia Waldmann, Luk Ehret und Maike Waldmann sei vermerkt.
Anschließend wurden noch das Finale und das Spiel um Platz 3 des Mixed Turniers ausgetragen – letztlich gab es mit „England“ und „Indien“ zwei torgleiche Sieger. Dann gehörte der Platz den Kindern und Jugendlichen, die, mal mit mal ohne Schläger, den Platz nach Herzenslust einspielten, bis lange schon das neue LED-Flutlicht die Sonne abgelöst hatte, während für die Ältern DJ Mo für groovige Beats sorgte.
Viel zu danken
Dankesworte für die Unterstützer gab es zahlreich: Der Stadt Weinheim und ihren Vertretern sowie dem Badischen Sportbund, ohne deren kommunale bzw. Landesmittel das Projekt nicht möglich gewesen wäre. Den Spendern und Sponsoren, die alle zu nennen den Rahmen gesprengt hätte. Genannt seien nur die Hector-Stiftung und physioMed Weinheim. Christoph Diehl und seinem Team von Garten- und Landschaftsbau Becker, die den Sportplatz unter Einhaltung des Zeit- und Kostenplans gebaut haben. Volker Jacob und dem TSG-Vorstand für das Vertrauen in die Abteilung. Carsten Jakob, Alexander Erg und ihrem Team für die vereinsseitige Begleitung des Projekts. Dem MHC, der seine Plätze für die Weinheimer „Heimspiele“ zur Verfügung gestellt hat, für zwölf Jahre Gastfreundschaft.
Jetzt ist die neue Hockeyabteilung der TSG endlich selbst bestens für Heimspiele gerüstet und will das sportliche Angebot in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.
Ein Nachwort für Ungesagtes
In einem so langen Bericht wäre Platz, noch duzende weitere Namen zu nennen, die die Puzzlesteine zum „Blauen Wunder“ zusammengebracht haben, aber bei der Eröffnung nicht genannt wurden: Zuerst Roger Zeißner als sportlicher Leiter sowie das Trainer- und Betreuerteam, ohne die alles nicht wäre, Moritz Nelles als Projektleiter, Cathérine Schleicher, Vize Ralph Hornung und die weiteren Mitglieder des AdHock!-Vorstands, die Abteilungsleitung, die Mitwirkenden im Lenkungskreis, die Grizzlys. Aber das wäre zu eng gefasst.
Der Dank gilt ausdrücklich allen ungezählten Engagierten, Eltern, Kindern und Jugendlichen. Die große Zahl und die Vielfalt der Beiträge machen es zu einer unlösbaren Aufgabe jeden Anteil zu überblicken, zu würdigen und keinen zu vergessen: Menschen, die so vielfältige Aufgaben übernommen haben, wie die Organisation von Flohmärkten, Weihnachtsmärkten, SMS- und Automeile-Ständen, Schnupperevents, Turnieren und Festen, Spendensammelaktionen und Crowdfunding oder den Einsatz von eigener Zeit und Dienstleistung beim Crowdfunding, die Projektorganisation, Verhandlungen und Koordination mit den Projektpartnern, Networking, Werbung von Spendern und Sponsoren, Kommunikation, die Erstellung von Werbemitteln, Banden und Bannern, Aufbau von Infomaterialien, Websites, Plattformen, App, Videos und Foto, Kontakte herstellen und Türen, auch Kinotüren, öffnen, sportliche, Finanz- und technische Planung in ihren Facetten, Buchhaltung, Rodungs-, Gärtner- sowie vielfältige handwerkliche Arbeiten, Adventsbasteln, Backen und Möbelbau, Umzugshilfe, Aufbau, Abbau und Thekendienste bei Events, die Verpflegung in vielen Varianten und die Organisation der neuen Clubwear. Menschen, die nicht zuletzt selbst Geld gespendet haben, Ehe- und Lebenspartner, die den Aktiven in heißen Phasen den Rücken frei gehalten haben und Helfer, die fast schon da sind, bevor um Hilfe gefragt wird. Jeder nach seinen Möglichkeiten neben Beruf und Familie sowie dem normalen Sportbetrieb.
Das ist groß. Das ist Gemeinschaft. Leben. Danke!







