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Die Fahrradhändler jubeln angesichts der steigenden Verkaufszahlen von Pedelecs: Von den 2021 verkauften 4,7 Millionen Fahrrädern hatten Pedelecs bereits einen Anteil von 2 Millionen (680.000 E-MTBs wurden 2021 verkauft, deutlich mehr als MTBs ohne Motor und mehr als E-City-Bikes und E-Trekking-Bikes).

Und sobald die Sonne scheint, sieht man immer mehr radelnde Menschen, darunter sehr viele Seniorinnen und Senioren, die Gefallen an der Elektrounterstützung beim Radfahren gefunden haben und glücklich sind, sich auf diese Weise fortzubewegen, ihre Einkäufe zu machen, sich sportlich fit zu halten und im Freien aufzuhalten. Untersuchungen haben bereits vor einigen Jahren gezeigt, dass Pedelec-Fahrende sich öfter, länger und intensiver sportlich betätigen und sich vor allem wohler und gesünder im Vergleich zu herkömmlichen Radfahrerinnen und Radfahrer fühlen. Und das ist auch gut so!

Doch leider hat dieser Fahrradboom auch seine Schattenseiten, besonders für Senioren: Obwohl aufgrund von Corona die Unfallzahlen im Straßenverkehr insgesamt zurückzugehen scheinen, nehmen die Unfälle mit Pedelecs bei den Senioren deutlich zu – aus unterschiedlichen Gründen: Der Umstieg von einem herkömmlichen Fahrrad auf ein Pedelec sieht auf den ersten Blick recht einfach aus und klappt scheinbar schnell, in Wirklichkeit gibt es jedoch grundlegende Unterschiede im Fahrverhalten (z. B. höhere Geschwindigkeiten, verändertes Bremsverhalten der schwereren Pedelecs) und in der Wahrnehmung im Straßenverkehr durch andere Verkehrsteilnehmer (erhöhte Gefahrensituationen durch Fehleinschätzungen der Verkehrsteilnehmer). Das ist vielen Pedelec-Fahrenden genauso wenig bewusst wie die neue Möglichkeiten, die das Pedelec bietet.

Um dem entgegenzuwirken empfehlen ganz unterschiedliche Fachleute ein Fahrtechniktraining, denn wer sein Pedelec kennt und beherrscht, kommt eher unfall- und verletzungsfrei durch den Verkehrsalltag. Deshalb bietet die TSG Weinheim einen Fahrtechnik-Kurs speziell für Seniorinnen und Senioren an, um diese im richtigen Umgang mit ihrem Pedelec fit zu machen. Sie lernen ihr E-Bike und seine spezifischen Fahreigenschaften besser kennen und werden dabei ihr Fahrkönnen und den richtigen Umgang mit dem E-Bike verbessern. Mehr Sicherheit mit dem E-Bike bedeutet gleichzeitig mehr Spaß auf der Straße und im Gelände.

 

Folgende Themen stehen im Vordergrund:

  1. Theorie: Elektrisch unterstützte Fahrräder im Straßenverkehr – die Straßenverkehrsordnung
  2. Bedienung und Technik des Pedelecs
  3. Fahrtechnik / Fahrpraktische Übungen
  • Ergonomisch Fahren
  • Geschicklichkeit: Balance zwischen Rad und Körper
  • Kurvenfahren mit Gewichtsverlagerung, richtigem Einlenken u. richtigem Blickpunkt
  • Bremstechnik (Bremsweg, Distanzen einschätzen, vorausschauend fahren)
  • Anfahren, bremsen, ausweichen, sicher anhalten
  • Eigenschaften im Fahrverhalten auf unterschiedlichem Belag „erfahren“

 

Fahrtechnikkurs (max. 8 Teilnehmende)

Ziel: Verbesserung der Fahrtechnik: Sicher und mit Freude Pedelec fahren
Termin:
Freitag, 5.08.2022, 14.30 – ca. 17.30 Uhr
Treffpunkt: Hector Sport-Centrum der TSG Weinheim, Waidallee 2/1
Kosten: 15 €
Anmeldungonline über die Kursbuchung oder am Empfang im HSC

Was haben die Teilnehmer mitzubringen?

  • Fahrtüchtiges, straßenverkehrstaugliches Pedelec
  • Fahrradhelm (Pflicht!)
  • Dem Wetter entsprechende Kleidung
  • Empfohlen: Trinkflasche, Fahrradhandschuhe

 

Der Pedelec-Experte

Dietmar Rall wird diesen Fahrtechnikkurs leiten. Dietmar Rall, Jg. 1953, war zuletzt als Studiendirektor an einem Mannheimer Gymnasium tätig. Zuvor unterrichtete er u. a. auch über 11 Jahre am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, wo er sich schon früh für sicheres Sporttreiben engagierte. In verschiedenen Aktionen machte er auf die Notwendigkeit des Fahrradhelms aufmerksam, propagierte „Safer Inline-Skating“ und versuchte seine Schülerinnen und Schüler fürs Mountainbiken zu begeistern. Seit 2017 ist er ehrenamtlich als Streckenpate für die Mountainbike-Stecke „Weinheimer-Odenwald-Tour Wh1“ des GEO-NATURPARKS Bergstraße engagiert.

Einerseits faszinieren ihn die neuen Möglichkeiten des E-Bikes, gleichzeitig stellt er aber auch die Grenzen und Probleme, die das Fahren mit elektrisch unterstützten Fahrrädern mit sich bringen, fest: Steigender Anteil der E-Bikes im Straßenverkehr und abseits der Straßen, Zunahme der Radunfälle mit Pedelecs, höhere Geschwindigkeiten, größere Mobilität gerade für ältere Menschen, fehlende Sicherheitsmaßnahmen, geringes Bewusstsein für die Gefahren der E-Biker usw. Um dafür zu sensibilisieren bietet er diese Fahrtechnikkurse speziell für Seniorinnen und Senioren an.