Unter dem Titel „Fit im Herbst mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM)“ referierte der Experte Dominik Wölfle Ende September im Rahmen der TSG-Vortragsreihe im Hector Sport-Centrum.
Die Jahreszeit Herbst stellt für das Immunsystem vieler Menschen eine Herausforderung dar: Es wird kälter, windiger und ungemütlich dunkel. An diesem Abend zeigte Wölfle den Anwesenden, wie sie mithilfe von Yang Sheng, der ganzheitlichen chinesischen Gesundheitspflege, ihre Lebensenergie (das Qi) bewahren und Krankheiten effektiv vorbeugen können. Nach der chinesischen Philosophie durchläuft der Mensch im Einklang mit der Natur verschiedene Wandlungsphasen. Als Vorbereitung auf den Winter sinkt das Qi auf natürliche Weise und zieht sich in das Innere zurück. Ein Prozess, der ein gesteigertes Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug mit sich bringt. Der Herbst steht ganz im Zeichen des Sortierens und Kräftesammelns. Dieser angepasste Energiemodus erfordert sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag ein moderates Tempo. Darüber hinaus sollte in der dunkleren Jahreszeit der Schlafrhythmus an diese angepasst und priorisiert werden.
Da der Herbst in der TCM dem Element Metall und Organ Lunge zugeordnet ist, steht nun die Pflege der Atemwege im Vordergrund: Eine gute Belüftung der Lunge und ausreichend feuchte Schleimhäute sind jetzt essenziell. Da der Nacken als wichtiges Bindeglied zur Lunge gilt, sollte auch er besonders vor Kälte geschützt werden.
Mit Blick auf die Ernährung gilt es in der TCM, Trockenheit und Kälte im Körper auszugleichen. Dies gelingt am besten mit warmen Speisen. Als besonders wertvoll hob der Referent die Birne hervor: gekocht und als Zutat im Reisbrei zubereitet, bildet sie ein traditionelles Heilgericht. Wärmende Alternativen sind Suppen oder Eintöpfe mit saisonalem Gemüse wie der Frühlingszwiebel und Pak Choi. Fest in der TCM-Ernährungslehre verankert ist auch der Ingwer, der sich im Herbst ideal auf das Qi auswirkt. Der wirkmächtige Wurzelstock hilft besonders im Anfangsstadium einer sich anbahnenden Erkältung, um fehlende Körperwärme auszugleichen. Seine Scharfstoffe stimulieren die Wärmerezeptoren und fördern aktiv die Durchblutung. Dominik Wölfle machte jedoch deutlich, dass Ingwer bei einer bereits ausgebrochenen „Hitzeerkrankung“ wie Fieber unter Umständen kontraproduktiv sein kann. Bei anhaltendem Fieber sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.
Als praktisches Rezept „Ingwer Shot“ bei einer sich anbahnenden Erkältung empfiehlt sich eine Zubereitung aus 8 g geschältem und gestückeltem Ingwer, 8 g braunem Zucker, der in der TCM ebenfalls als „warm“ gilt und 300 ml Wasser. Als aufgebrühter Tee getrunken, soll diese Kombination den Körper effektiv von innen heraus beleben.
Zusammenfassend versteht die TCM Nahrungsmittel als Primärmedizin, die feine Dysbalancen ausgleicht und die Entstehung von Erkrankungen frühzeitig verhindern kann. Die Perspektive, bei der Nahrungswahl auf die energetische Wirkung, die individuelle Bekömmlichkeit sowie auf Saisonalität und Regionalität zu achten, bildet den Kern dieser jahrtausendealten Lebenspflege. Wer diese Empfehlungen beherzigt, erhält einen wertvollen Kompass, der uns allen hilft, stark und gesund durch den Herbst zu kommen.







