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Wenn Eltern älter werden, verändert sich die Beziehung zwischen den Generationen – oft verbunden mit neuen Herausforderungen und Fragen. Beim Vortrag „AeLTERNAbend – Überlebenstipps für Töchter und Söhne älter werdender Eltern“ am 10. März im Hector Sport-Centrum (HSC) gab Referentin Beate Preuss praktische Impulse für den Umgang mit dieser Lebensphase.

Preuss, Sozialarbeiterin und systemische Therapeutin sowie Leiterin des Seniorenbüros der Stadt Viernheim, machte gleich zu Beginn deutlich: Die Beziehung zu den eigenen Eltern sei eine besondere. Während Eltern gesetzlich verpflichtet sind für ihre Kinder zu sorgen, gäbe es eine solche Verpflichtung umgekehrt nicht. Dennoch empfinden viele erwachsene Kinder eine moralische oder emotionale Verantwortung und den Wunsch, ihren Eltern etwas zurückzugeben. Um diese unterschiedlichen Haltungen greifbar zu machen, unterschied die Referentin drei Gruppen: Menschen, die sich aus Pflichtgefühl kümmern („die Alternativlosen“), jene, die dies aus innerer Überzeugung tun („die Freiwilligen“), sowie eine Gruppe dazwischen, die sowohl Verpflichtung als auch Bereitschaft empfindet.

Eine zentrale Botschaft des Vortragabends: Die Sorge um die Eltern sei kein Muss. Jeder Mensch dürfe für sich entscheiden, wie viel Verantwortung er für die eigenen Eltern übernehmen möchte – und diese Entscheidung könne sich im Laufe der Zeit verändern. Besonders hob Preuss die Bedeutung der Selbstfürsorge hervor. Die Phase, in der Eltern zunehmend Unterstützung benötigen, falle häufig in einen Lebensabschnitt, in dem viele Menschen selbst stark gefordert seien – etwa durch Beruf, eigene Familie oder gesundheitliche Themen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags lag auf der rechtzeitigen Vorsorge. Themen wie Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung sollten frühzeitig und gemeinsam besprochen werden, um spätere Unsicherheiten und Konflikte zu vermeiden. Auch die Selbstbestimmung spielte eine zentrale Rolle im Vortrag. Widerstände seitens der Eltern seien ernst zu nehmen, da sie oft Ausdruck von Unsicherheit oder Überforderung seien. Eine offene, respektvolle und geduldige Kommunikation sei daher der Schlüssel für ein gutes Miteinander.

Beate Preuss zeigte mit ihrem Vortrag eindrucksvoll, wie wichtig Informationen, Austausch und gegenseitiges Verständnis in dieser sensiblen Lebensphase und -aufgabe sind – und wie die TSG Weinheim mit ihrer Vortragsreihe Impulse für den Alltag geben kann.

Die Reihe wird fortgesetzt: Am Dienstag, 24. März 2026, findet von 19 bis 20 Uhr der nächste kostenfreie Vortrag „Resilienz – die Stärke der eigenen Widerstandskraft“ mit Coach Leonie Tsorpatzidis im HSC statt. Weitere Informationen zur TSG-Vortragsreihe gibt es auf der Website des Sportvereins unter www.tsg-weinheim.de/verein/vortraege/.